Ein Stuhl mit Polsterrücken kann zwei Arbeiten benötigen: neuen Bezug wegen Verschleiß und neuen Aufbau wegen fehlenden Halts. Beides sollte getrennt geprüft werden. Neuer Stoff verdeckt Unebenheiten oder lose Teile darunter nicht unbedingt.
Beim Thema Neupolsterung von Stühlen ist es daher hilfreich, Aussehen und das Gefühl bei der Nutzung des Stuhls zu beschreiben.
Rückenlehne von beiden Seiten prüfen
Betrachten Sie Vorderseite, Rückseite und Kante. Ist der Stoff nur verblasst oder an Nähten gerissen? Spüren Sie eine harte Kante durch die Polsterung? Notieren Sie auch eine gegenüber dem Stuhl lockere Lehne. Gestellbewegung ist eine andere Aufgabe als Stoffaustausch.
Fotografieren Sie gerade von vorn und hinten sowie die Verbindung zwischen Sitz und Rücken aus der Nähe. Eine dekorative Rückseite kann Nähte, Knöpfe oder Holzkanten haben, die den Umfang beeinflussen. Vorn schlicht wirkende Stühle können hinten deutlich aufwendiger sein.
Sollen Sitz und Rückenlehne gemeinsam erneuert werden?
Funktioniert der Sitz gut, kann eine separate Rückenbearbeitung geprüft werden. Auch die Farbanpassung zählt. Neuer Stoff kann trotz gleichem Namen und Farbnummer anders aussehen als alter Bezug. Licht und Gebrauch verändern das vorhandene Material.
Legen Sie ein Stoffmuster bei Tageslicht neben den Stuhl und betrachten Sie beides aus dem üblichen Abstand. Beurteilen Sie Sitz und Rücken. Eine bewusste Kombination zweier Materialien gelingt oft leichter als eine fast gleiche Abstimmung. Der Leitfaden zu Stoff für Stühle hilft bei dieser Auswahl.
Proportionen erhalten
Mehr Füllung bedeutet nicht automatisch mehr Komfort. Wird der Rücken weiter nach vorn aufgebaut, verändert sich die nutzbare Sitztiefe. Dickere Sitzpolster ändern Sitzhöhe und Tischabstand. Beschreiben Sie daher, ob das ursprüngliche Sitzgefühl erhalten oder verändert werden soll.
Klären Sie erhaltene und ersetzte Schichten. Bei alten Stühlen lohnt die Dokumentation von Kanten und Nähten vor dem Entfernen des Bezugs. Fotos helfen bei der Vereinbarung des Endergebnisses.
Die Arbeit klar im Angebot festhalten lassen
Ein brauchbares Angebot sollte Bezug, Polsteraufbau und mögliche Gestellarbeiten unterscheiden. Fragen Sie konkret, ob Rückseite der Lehne, Zierkanten und Knöpfe enthalten sind. Hilfreich ist auch der Ratgeber zum Lesen eines Polsterangebots.
Senden Sie bei mehreren gleichen Stühlen ein Gruppenfoto und markieren Sie besondere Schäden. Ähnliches Aussehen bedeutet nicht gleichen Arbeitsbedarf. „Sechs Stühle, zwei mit lockerer Lehne und vier mit verschlissenem Stoff“ ist hilfreicher als nur die Anzahl.



